Karmapas Gedanken zum Parinirvana von Shamar Rinpoche und Buddha Shakyamuni - 05.06.2020

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05.06.2020

Karmapa denkt über den Jahrestag des Parinirvanas von Shamar Rinpoche und Buddha Shakyamuni nach.

 



Thaye Dorje, Seine Heiligkeit der 17. Gyalwa Karmapa, gibt die folgenden Reflexionen zum Tag des Vollmondes, dem Jahrestag des Parinirvanas von Mipham Chökyi Lodrö, Seiner Heiligkeit dem 14. Künzig Shamar Rinpoche, und Buddha Shakyamuni, gemäß dem tibetischen Kalender, weiter.

Heute ist oder war – und während ich dies sage, kann ich nicht anders, als fast zu sagen: Heute wird – der Jahrestag jenes Tages sein, an dem unser großer spiritueller Freund das Vorbild der Auflösung seiner physischen Manifestation als Seine Heiligkeit der 14. Künzig Shamar Rinpoche – der Buddha unserer Zeit – zeigte.

Von den Meisten von uns könnte diese Erinnerung als ein Moment angesehen werden, um den Verlust dieser Entfaltung seiner Form zu betrauern.

So, als ob es ein Abschluss wäre.

Ich habe nie das Gefühl, dass dies seine Absicht war.

Denn das würde in uns ein Gefühl der Isolation hervorrufen, ein Gefühl des Ausgestoßen- und Verlassenseins, wie ein Waisenkind.

Nehmen wir also diesen Jahrestag seines Parinirvanas zum Anlass, seine natürliche Intention zu verstehen.

Auf dem Boden von Alaya, dem Seinsgrund, wird Alles, was auch immer entsteht, unweigerlich wieder zerfallen.

Sei es ein rechtes oder tugendhaftes Entstehen oder ein unangemessenes oder untugendhaftes – es wird letztlich zerfallen.

Buddhas, die als Bodhisattvas erscheinen, erkennen dieses Muster.

Sie haben den Irrtum überwunden, dieses Muster der Natur zu ignorieren.

Karma.

Und sie haben aus ganzem Herzen akzeptiert, dass Alles, was aufsteigt, am Ende fallen wird.

Diese Tatsache anzuerkennen, wird keinen Kummer bringen.

Selbst wenn diese Erfahrung des Akzeptierens überwältigend sein mag, stellt sie doch keinen Kummer dar.

Der wahre Kummer ist die Nichtakzeptanz dieser Tatsache.

Dieses Nichtanerkennen lässt uns in unserem Kopf, in unseren Gedanken und Konzepten feststecken.

Das Parinirvana ist ein Symbol dieser Akzeptanz, sichtbar im Erscheinen.

Haben wir nicht immer wieder das überwältigende Gefühl von Verlust empfunden, wenn etwas, das wir gut zu kennen glaubten, verschwunden ist?

Und besonders, wenn das Verschwinden eines uns nahestehenden Wesens – nicht unbedingt eines Lehrer, sondern eines wahren Freundes, eines (dge ba'i bshes gnyen, ge wey she nyen) – auf verschiedene Weise die Unvermeidbarkeit von Wandel in uns aufkeimen ließ, haben wir dann nicht den Schock, den Verlust gespürt?

Nun, wenn uns nach Trauern zumute ist, dann könnte Trauer darüber, dass wir diese Erfahrung des Verlustes fälschlicherweise als Kummer und als ungesund empfunden haben, ein Grund zum Trauern sein.

Die Bodhisattvas gehen nirgendwo hin.

Wir gehen nirgendwo hin oder werden auch nirgendwo zurückgelassen.

Es gibt keine wirklichen Verluste.

Aber das Missverstehen der verschwindenden Erscheinung der Bodhisattvas – so, als würden sie irgendwo hingehen – ist die Blockierung.

Das ist der Kummer.

Ebenso ist das Missverstehen unserer selbst als allein gelassen und ausgestoßen, gleichermaßen eine Blockade.

Auch das ist ein Kummer.

Der Idee solcher Blockierungen zu frönen und sie zu hegen, ist der wahre Kummer.

Es ist Kummer, weil die Wahrheit weit davon entfernt ist, wie sie in Erscheinung tritt.

Fühlen wir uns dennoch festgefahren, dann können wir versuchen, entweder vorübergehend weiter in Richtung des Anscheins zu gehen oder weiter von ihm zurückzutreten.

Auf den Schein zuzugehen bedeutet, den Tatsachen ins Auge zu sehen oder sich ihnen zu stellen. Wenn Ihr zum Beispiel Höhenangst habt, dann taucht in die Erfahrung ein und überwindet diese Furcht.

Ein Beispiel für einen Schritt weiter zurück ist, wenn Ihr zu nahe an einem Gemälde steht und nicht schlau werdet aus dem, was Ihr seht. Zurückzutreten ermöglicht uns, das Bild wirklich sehen.

Mit anderen Worten: Es gibt Ebenen von Verhaltensmustern, und um sich eines bestimmten Musters bewusst zu werden, muss man manchmal näher herangehen und ein anderes Mal zurücktreten.

Wenn Ihr das tut, kann sich etwas ereignen.

Dann kann mit der Zeit sogar über das Gefühl der Trauer gesprochen und sogar darüber gelacht werden, weil wir erkennen, dass es eine Blockierung war.

Die Absicht der Erwachten stellt eigentlich ein Streben danach dar, wir mögen diesen heiteren Punkt erreichen.

Ihr Bestreben ist darauf ausgerichtet, dass wir aus unseren konzepthaften Knoten herausfinden, sodass wir darüber lachen können, dass wir uns über unvorstellbar lange Zeit so in uns selbst verheddert haben.

www.karmapa.org



Liebe Dharma-Freunde, nehmt Euch bitte einen Moment Zeit, um Euch mit dieser entwirrenden Praxis namens Guru Yoga vertraut zu machen und insbesondere mit diesem Guru Yoga:

Die Feier des Erlangens des Segens,

der Guru-Yoga auf den 14. Shamarpa,

Mipham Chökyi Lodrö, den Höchsten Schützer.


Diese Praxis und eigentlich alle buddhistischen Übungen sind keine Gebote.

Sie sind keine Anordnungen.

Sie sind keine Belehrungen.

Sie sind momentane und spontane Geschickte Mittel – sogar Überraschungen; so, wie eine liebende Mutter mit ihrem Baby im Wasser, die vorübergehend loslässt, um dem Kleinkind die Chance zu geben, schwimmen zu lernen –, mit Absicht und Streben aus Mitgefühl.

Bitte erfreut Euch an dieser Praxis.

Thaye Dorje, Seine Heiligkeit der 17. Gyalwa Karmapa


 

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