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Buddhismus

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Was ist Buddhismus eigentlich (und was nicht)?
Der Buddhismus ist eine Erkenntnis- und keine Glaubensreligion, er hat weder für alle Richtungen verbindliche heiligen Schriften noch Propheten oder ein gemeinsames Oberhaupt. Der Buddha war ein Mensch, der – historisch belegt – vor rund 2600 Jahren in Nordindien lebte. Jene, die seinen Lehren folgen, verehren ihn nicht als Gott, sehen ihn aber als Vorbild, dem nachzufolgen sie sich bemühen.

 

Wer war Buddha Shakyamuni?
Siddharta Gautama, der spätere Buddha, wuchs als Sohn eines örtlichen Herrschers in begünstigten Umständen auf, erkannte aber durch die Begegnung mit einem Greis, einem Kranken und einer Leiche, dass es Dinge im Leben gibt, denen auch die "Reichen und Schönen" nicht entgehen können.
Die aufkommenden Zweifel führten dazu, dass er mit 29 Jahren seine Familien verließ und sich auf den Weg der spirituellen Suche begab. Er erlernte die Grundlagen der Meditation und übte sich später 6 Jahre lang alleine in Askese, erkannte aber rasch, dass auch dies – ebenso wie der in der Jugend erlebte Überfluss – nicht zum Ziel spiritueller Verwirklichung führen kann, sondern nur ein mittlerer Weg zwischen diesen beiden Extremen ist. Auf dieser Basis übte er alleine weiter und erlangte schließlich Erleuchtung, die vollkommene Erkenntnis der Natur des Geistes und aller Phänomene.
45 Jahre wanderte der Buddha danach in Nordindien umher und wirkte als spiritueller Lehrer für alle, die Interesse zeigten. Er gründete einen Mönchs-, später auch einen Nonnenorden, deren Mitglieder sich, durch Zuwendungen der Laien-Gemeinde, vollständig der spirituellen Praxis widmen konnten. Mit 80 Jahren schließlich starb der Buddha und ging ins Parinirvana ein.

 

Wie lässt sich die Lehre Buddhas einteilen?
In den folgenden Jahrhunderten entwickelten sich, aus Unterschieden in der Sichtweise auf die Lehren und ihre Auslegung, die so genannten „3 Fahrzeuge“:

Das Theravada (heute v.a. in SO-Asien verbreitet) ssetzt den Schwerpunkt auf das Erlangen der eigenen Befreiung, ohne dabei aber Liebende Güte und Mitgefühl anderen Wesen gegenüber außer Acht zu lassen.
Das Große Fahrzeug (Mahayana; vorwiegend in China, Korea und Japan) fußt auf dem Ideal des Bodhisattva, der Erleuchtung primär zum Wohl aller fühlenden Wesen zu verwirklichen sucht.
Das Diamant-Fahrzeug (Vajra-, Mantra- oder Tantrayana; v.a. in Tibet u.a. Himalayaländern sowie der Mongolei) schließt die beiden anderen Fahrzeuge mit ein und enthält darüber hinaus spezielle Meditationsmethoden, die einen rascheren spirituellen Fortschritt ermöglichen.

Was ist der Tibetische Buddhismus?
Eigentlich ein verwirrende Bezeichnung, da er nicht unabhängig in Tibet entstanden ist, sondern voll basierend auf dem Buddhismus, wie er sich in Indien bis etwa 1000 n. Chr. entwickelt hatte. Ab dem 7. Jhdt. gelangten die Lehren nach Tibet, wo sie sich durch den Kontakt mit der einheimischen schamanistischen Bön-Religion charakteristisch weiterentwickelten. So entstanden aus Lehrer-Schüler-Übertragungslinien die 4 heute noch bestehenden Hauptrichtungen (Nyingma, Sakya, Kagyü und Gelug) mit diversen Untergruppierungen. Diese Traditionen weisen vielfältige Verbindungen untereinander auf und unterscheiden sich eher in den gesetzten Schwerpunkten der verwendeten Texte und Rituale als in den Auffassungen zu grundlegenden Punkten der Lehre Buddhas.

Was ist die Karma Kagyü-Tradition?
Der große indische Meister Tilopa (988-1069) vereinte verschiedene, auf Buddha Shakyamuni zurückgehende Überlieferungen und gab sie an seinen Hauptschüler Naropa weiter. Durch dessen Schüler Marpa gelangte die Kagyü-Übertragung dann im 11. Jahrhundert nach Tibet und entwickelte sich dort durch verwirklichte Meister, wie den Yogi und Dichter Milarepa, Gampopa, der das erste Kloster der Kagyü-Linie gründete, und die Inkarnationslinie der Karmapas, den ersten bewusst wiedergeborenen Lamas in Tibet, weiter. Die Karma-Kagyü-Tradition ist eine der 12 Schulen der Kagyü-Übertragungslinie. Durch den 16. Karmapa, Rangjung Rigpe Dorje (1924-1981), der 1959 vor der chinesischen Invasion ins Exil flüchten musste, wurden diesen Lehren auch im Westen verbreitet.